Nachdem es längere Zeit ruhig im Bereich der Anzeigenerweiterungen war hat Google im letzten Herbst mit dem Lead Formular eine neue Erweiterung für die Generierung von Anfragen (aktuell im Beta Stadium) direkt in der Google Suche veröffentlicht. Mit dieser Erweiterung – sofern sie es aus der Beta Phase schafft und permanent übernommen wird – würde Google eine Lücke schließen, da es solche Anzeigenformate bisher nur in Plattformen wie Facebook und LinkedIn gab und sich dort vor allem bei der Lead Generierung über mobile Endgeräte bewährt haben.

Erstellung von Lead Formularen

Die Lead-Formularerweiterung kann wie gewohnt über den Reiter „Anzeigenerweiterungen“ über das blaue Plus-Icon erstellt werden und ist durch den Zusatz „Beta“ aktuell auch schnell zu finden. Die Erweiterung besteht aus drei Teilen:

  • Erweiterungstext
  • Lead-Formular
  • Bestätigung der Formularsendung

Erweiterungstext

Bei der Erweiterung selbst kann ein Call-to-Action aus einer Liste vorgegebener Optionen (z.B. Kontakt) ausgewählt werden und um einen Erweiterungstext mit maximal 30 Zeichen ergänzt werden.

Lead-Formular

Im Lead-Formular kann ein Anzeigentitel (max. 30 Zeichen), der Unternehmensname (max. 25 Zeichen) und ein Beschreibungstext (max. 200 Zeichen) frei erstellt werden. Als Formularfelder stehen aktuell der Name, die E-Mail Adresse, die Telefonnummer und die Postleitzahl zur Auswahl. Da persönliche Daten übermittelt werden muss ein Link zur eigenen Datenschutzerklärung hinterlegt werden. Das Formular kann zudem mit einem Hintergrundbild (1200 × 628 Pixel) versehen werden.

Bestätigung der Formularsendung

Im dritten und letzten Schritt kann ein Beschreibungstext (max. 200 Zeichen), ein Call-to-Action (vorgegebene Optionen) und die URL für den CTA-Button erstellt, bzw. definiert werden. Über den Klick auf „Optionen zum Lead-Abruf“ kann mit Hilfe eines Webhooks ein automatischer Abruf der Anfragen über ein CRM-System eingerichtet werden.

Erfolgsmessung

In Google Ads werden sowohl die Klicks auf die Erweiterung (Lead-Formular-Klick), als auch die gesendeten Anfragen (Lead-Formular-Conversions) erfasst. Die Klicks auf die Formular Anzeigen können wie gewohnt über das Segment „Klicktyp“ angezeigt werden. Das Conversion-Ziel wird automatisch erstellt, sobald das Formular zum ersten Mal gesendet wurde.

Export von Anfragen

Die über das Formular gesammelten Anzeigen können als CSV Datei heruntergeladen werden. Die Anfragen stehen für einen Zeitraum von 30 Tagen zu Verfügung. Ein täglicher Download sollte aber ohnehin im Sinne einer raschen Verarbeitung von Anfragen angestrebt werden. Die 30-Tage Frist wäre somit nur für den Download aggregierter Daten (z.B. zwecks Dokumentation) interessant, sofern die Daten nicht schon in ein CRM-System übertragen wurde. Die automatisierte Übertragung kann zudem mittels Webhook-Verknüpfung eingerichtet werden.

Fazit

Die Lead-Formularerweiterung ist vor allem für Kampagnen mit dem Ziel der Lead Generierung interessant und könnte auf mobilen Endgeräten zu einem Anstieg der Anfragen führen, da das Formular für mobile Endgeräte optimiert ist und mit wenigen Klicks gesendet werden kann. Im Vergleich zu anderen Werbeplattformen ist es jedoch nur eine Erweiterung und kein eigenständiges Anzeigenformat. Die verfügbaren Eingabebereiche der Erweiterung müssen daher klug genutzt werden, um Nutzer davon zu überzeugen, das Formular auszufüllen und abzusenden, was ansonsten die Landing Page übernehmen würde. Je nachdem, wie häufig die Erweiterung angezeigt wird und Daten gesammelt werden können wäre auch ein Split-Test unterschiedlicher Angebote – zum Beispiel Anfrage vs. E-Book Download – ein guter Ansatz, um zu testen was bei den Nutzern am besten ankommt.

Bildnachweis: istockphoto.com / Andrii Zastrozhnov