Der Erfolg von Google Ads Kampagnen hängt von zahlreichen Faktoren ab, die laufend überwacht und optimiert werden müssen. Viele dieser Faktoren können direkt im Werbekonto über unterschiedliche Messwerte und Berichte ausgewertet werden, manche Daten stehen jedoch erst nach weiterer, externer Verarbeitung zu Verfügung. Professionelle Tools können wichtige Lücken schließen und zusätzliche Erkenntnisse für die Optimierung der Kampagnen bieten. Vor der Anschaffung eines externen Tools sollte der Informationsbedarf, sowie der damit verbundene Aufwand evaluiert werden, um die Kosten eines externen Tools mit dem Nutzen abgleichen zu können.

Warum ein externes Tool nutzen?

Google Ads bietet direkt im Werbekonto laufend aktualisierte Empfehlungen für die Optimierung von Kampagnen und die Beseitigung von Fehlern und baut dieses Angebot auch laufend aus. Auch wenn einige dieser Empfehlungen (z.B. Keywords, Werbenetzwerke) nicht immer passen oder darauf ausgelegt sind, mehr Budget einzusetzen, hat sich die Qualität in den letzten Monaten deutlich verbessert. Es gibt jedoch noch einige Bereiche, die nicht oder nur teilweise über die Empfehlungen abgedeckt werden und wo ein externes Tool eines Drittanbieters wertvolle Einblicke in mögliche Optimierungsbereiche liefern kann.

Für mich ist zum Beispiel ein solcher Bereich die Auswertung der Kampagnenqualität. In Google Ads ist der Qualitätsfaktor auf Keyword-Ebene ersichtlich und es gab zudem ein Update mit Messwerten zu historischen Daten, um die Daten im Zeitverlauf auswerten zu können. Was nach wie vor manuell berechnet werden muss ist zum Beispiel der gewichtete Qualitätsfaktor auf Anzeigengruppen-Ebene. Hierfür müssen Daten auf Keyword-Ebene in MS Excel exportiert und über eine Pivot Tabelle weiterverarbeitet werden. Bei größeren Konten oder wenn man als Agentur mehrere Werbekonten verwaltet kann dies sehr zeitaufwändig sein und diese Zeit wäre besser in die Umsetzung konkreter Optimierungsmaßnahmen investiert.

Ein weiterer Bereich betrifft die Durchführung von manuellen Split-Tests. Auch wenn die Sinnhaftigkeit manueller Tests auf Grund ihrer Validität vor allem in kleinen Konten angezweifelt wird, war dies lange ein Bereich, der nur über externe Tools abgedeckt werden konnte, da Google im Werbekonto keine Daten zu signifikanten Unterschieden bei Klick- oder Konversionsraten zu Verfügung stellt.

Ein externes Tool kann in verschiedenen Bereichen Lücken schließen und als weiteres Sicherheitsnetz, bzw. als Quelle für Optimierungsmaßnahmen dienen.

Wann ist ein externes Tool sinnvoll?

Der Nutzen eines externen Tools ist sehr individuell und hängt von mehreren Faktoren, wie zum Beispiel der Größe und Komplexität des Kontos, bzw. der Anzahl der verwalteten Konten ab. Bevor man ein Tool anschafft, dass nur selten genutzt wird, sollte man zuvor eine Liste aller Daten anfertigen, die man regelmäßig für die Verwaltung und Optimierung der Kampagnen benötigt. Zudem sollte vermerkt werden, ob und wo man diese Daten bereits erhält und wie aufwändig die Aufbereitung der Daten ist. Folgende Checkliste kann dabei hilfreich sein:

  • Evaluierung der aktuellen Prozesse zur Auswertung und Optimierung
  • Auflistung aller relevanten Messwerte und Berichte
  • Auflistung aller Daten, die extern verarbeitet werden müssen
  • Berechnung des Zeitaufwands, der mit der Datenverarbeitung verbunden ist
  • Berechnung der Kosten, die für diesen Aufwand anfallen
  • Auflistung weiterer Daten, die für die laufende Betreuung hilfreich wären

Am Ende dieses Evaluierungsprozesses sollten folgende Fragen beantwortet werden können:

  • Können die Kampagnen mit einem externen Tool effizienter verwaltet und optimiert werden?
  • Welche Funktionen, Berichte und Messwerte werden konkret benötigt?
  • Wie hoch dürfen die Kosten für ein solches Tool sein?

Die Durchführung einer solchen Bedarfsanalyse hat den großen Vorteil, dass der Zeit, die in die Beschaffung und Auswertung von Daten investiert wird, ein monetärer Wert zugeordnet wird. Dadurch kann berechnet werden kann, ab wann die Nutzung eines Tools günstiger als die manuelle Auswertung von Daten ist. Zudem kann der Prozess der Anbietersuche deutlich verkürzt werden, da man konkrete Vorgaben zu den maximalen Kosten und den benötigten Funktionen hat. Im Idealfall reicht ein Spezial-Tool für bestimmte Teilaufgaben aus und man erspart sich die Kosten für ein umfangreiches Tool, dessen Funktionsumfang man nicht unbedingt benötigt.

Toolanbieter im Überblick

Es gibt aktuell einige Anbieter von PPC Management Tools, die meistens ähnliche Basis-Berichte abdecken, sich jedoch in Teilbereichen deutlich voneinander unterschieden können. Der Fokus von adalysis liegt zum Beispiel auf der Auswertung von Anzeigen Split-Tests und der Bearbeitung von Anzeigen direkt in der Plattform, das Tool deckt allerdings auch zahlreiche andere Bereiche ab. Tenscores ist wiederum ein Spezial-Tool für die Auswertung der Kampagnenqualität, während SEMrush vor allem bei der Wettbewerbsanalyse und Keyword-Recherche glänzt.

Um einen besseren Überblick über die verschiedenen PPC Management Tools geben zu können werden diese in den kommenden Wochen in separaten Beiträgen im Detail vorgestellt:

  • adalysis
  • Kite
  • Opteo
  • Optimyzr
  • SEMrush
  • Tenscores
  • TrueClicks

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